Luise Straus

Eine Frau blickt sich an

Reportagen und Erzählungen 1933–1941

Mit einführenden Beiträgen von Jürgen Pech, Achim Sommer, Werner Spies und Jürgen Wilhelm
176 Seiten mit 24 schwarz-weißen Abbildungen
Format 16,7 cm x 24 cm

Gebunden mit Schutzumschlag
Herausgegeben vom Max Ernst Museum Brühl des LVR
ISBN
978-3-7743-0494-9
9,90 €
Preisangabe inklusive 5% MwSt.
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Menschlich, berührend und geistreich erzählt 

Ein Besuch im Büro von Le Corbusier, die Schatten und Drogentoten verruchter Nachtclubs, nächtliche Autofahrten im mondänen Paris, das Leben der Exilanten und der Künstlerbohème: anschaulich und packend erzählt Luise Straus, die erste Ehefrau und frühe Wegbegleiterin des Dadaisten und Surrealisten Max Ernst, aus dem Paris zwischen den beiden Weltkriegen. 

Das Max Ernst Museum Brühl des LVR hat die realistischen und teils fiktiven, aber immer lebensnahen Geschichten der rheinischen Kunsthistorikerin und Journalistin wiederentdeckt und herausgegeben. Die vor den Nationalsozialisten geflüchtete Kölner Jüdin hielt sich mit den Artikeln, die in verschiedenen Tageszeitungen zum Teil unter Pseudonymen veröffentlicht wurden, während ihres Exils in Frankreich finanziell über Wasser. 

Die Reportagen und Erzählungen, die das individuell Menschliche in dem Mittelpunkt stellen, bereicherten schon damals die deutschsprachigen Feuilletons. Geschliffen und geistreich formuliert sind die Texte trotz ihrer Leichtigkeit von einem nachdenklichen Ton geprägt. Mit ihrer realitätsnahen Sprache und einem sozialkritischen Gespür, das stets auch die Benachteiligten am Rande der Gesellschaft zu Wort kommen lässt, erinnern sie an den „Poetischen Realismus“ des französischen Kinos der 1930er-Jahre. Die Stimmung ihrer Artikel reicht von ironischer Lebensfreude bis zu melancholischer Selbstbesinnung in einer Zeit existenzieller Umbrüche und veränderter Lebenslagen.

Luise Straus wurde 1893 in Köln geboren. Die Kunsthistorikerin, Journalistin und erste Ehefrau von Max Ernst war Ende der 1920er-Jahre kulturelle Berichterstatterin und Korrespondentin für das Rheinland. 1933 emigrierte sie nach Paris, wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs im Süden Frankreichs gefangen genommen und 1944 in Auschwitz ermordet.

»Lebendige und geistreiche Geschichten« (WDR)

»Eine literarische Entdeckung, ein wunderschönes Buch« (WDR Scala)

»Alltagsgeschichte voller Witz und Ironie, gut beobachtet und lebendig beschrieben.« (Junge Welt)

»Eine überfällige Wiederentdeckung« (Virginia. Zeitschrift für Frauenbuchkritik)

»Eine humor- und phantasievolle Autorin mit ausgeprägtem psychologischen Gespür« (WDR)